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Unser Schulgarten

Bewegung
Unser Schulgarten

Ein frisch vom Baum gepflückter saftiger Apfel, eine sonnenwarme Tomate, einige rote, pralle Erdbeeren zum «Znüni»: Das ist genussvoller Gärtneralltag, den ich meinen Schülerinnen und Schülern und mir im Gartenjahr immer wieder gönne.

Schulgartengenuss

Ich unterrichte die 4. - 6. Primarklasse an der Privatschule «A bis Z» in Zürich. Über das Gartenjahr verteilt, investieren wir einen Teil der Werk- und Realienstunden in unseren Schulgarten, der direkt vor unserem Schulzimmer liegt. Wir können unseren Salaten beim Wachsen zuschauen und auch einmal in einer Pause kurz bei den Erdbeeren und Brombeeren vorbeischauen. Vielleicht gibt es etwas zu naschen. Immer wieder genießen wir die eigenen Gartenprodukte, von unseren Schulköchinnen liebevoll zubereitet. Der Renner sind die Salate, die Tomaten und Snackgurken, an denen wir auch in der 10-Uhr-Pause knabbern. Aber auch Kürbisplätzchen und erst recht die Erdbeertorten und Apfel-Tiramisus mit unseren eigenen Erdbeeren und Äpfeln finden immer ihre kleinen Genießer.

Die Kinder lieben die Gartenarbeit

Nirgendwo plaudert es sich gemütlicher als beim Pikieren der Tagetes-Pflänzchen oder beim Unkrautzupfen. Nie geht die Unterrichtszeit schneller vorbei als beim Planen des Gartenjahres oder beim Ausgraben der Kartoffeln. Die Bewegung, die Sonne und die frische Luft sind uns allen eine willkommene Abwechslung im Schulalltag. Und da ich überzeugt davon bin, dass in jedem von uns eine Gärtnerin oder ein Gärtner schlummert, lade ich Sie ein, mit uns ins Gartenjahr zu starten. Es ist kinderleicht!

Wir konzentrieren uns auf vier Punkte: Sonne, Boden, Zeitpunkt, Bewässerung

1. Die Sonne

ist der Wachstumsmotor aller Pflanzen. Suchen Sie sich, wenn möglich, eine sonnige Ecke für Ihren Garten aus. Mehr Sonne, mehr Spaß für alle. Unsere Gartenbeete erhalten eines nach dem anderen leider erst nach Mittag die direkte Sonneneinstrahlung. Jede halbe Stunde weniger Sonne ergibt weniger Ertrag.

Ein Gewächshaus, ein Folientunnel, selbst ein kleines Tomatenhaus oder ein Frühbeet stellen eine wirklich wertvolle Ergänzung zu den Gartenbeeten dar. Jedes noch so kleine und bescheiden eingerichtete Gewächshaus macht aus einem kühlen «deutschschweizerischen» Flecken Erde ein mediterran angehauchtes Pflanzenreich mit schönem Ertrag. Wir würden unseren Folientunnel nicht mehr hergeben, da er uns ein Stück weit witterungsunabhängig macht und die Ernte im Frühling ein paar Wochen vorzieht und im Herbst verlängert. Mit ein wenig handwerklichem Geschick lassen sich die Voraussetzungen für gute Setzlinge und einen schönen Gemüseertrag erzielen.

2. Gartenarbeit ist Erdarbeit

Wir investieren recht viel Zeit in die Bodenaufbereitung. Kompost, Rindermistgranulat und Hornspäne liefern die natürlichen Nährstoffe für die Pflanzen und verbessern die Bodenstruktur. Wir holen zusätzlich zu unserem selbst «produzierten» Kompost auch noch einen Kubikmeter aus dem städtischen Kompostwerk: günstig und gut. Rindermistgranulat und Hornspäne liefert die «Landi». Die besten Tomatenerträge hatte ich in dem Jahr, als ich vergaß, einer Schülerin präzise Mengenangaben für die Hornspäne-Zumessung zu geben: Sie verteilte gleich den ganzen Sack, und die Tomaten dankten es ihr mit einem prächtigen Ertrag. Zum Glück verrotten Hornspäne langsam und geben kontinuierlich Nährstoffe ab.